Wilhelmsburger Gewerbehof achtet auf Mietermix

Hamburger Abendblatt, 23.12.2015

Wilhelmsburg.. Mit IBA und Gartenschau hatte Wilhelmsburg zwei Großereignisse, die bereits zwei Jahre zurückliegen und für große bauliche Veränderungen auf der Elbinsel sorgten. Der Wandel geht weiter. In etwa vier Jahren wird die Wilhelmsburger Reichsstraße verlegt und Platz schaffen für weitere städtebauliche Großprojekte im Zentrum der Insel.

Wohnen und arbeiten liegen wegen Wilhelmsburgs Nähe zum Hamburger Hafen traditionell nah beieinander. Industrie mit rauchenden Schloten ist kaum noch vorhanden, mal abgesehen von den Nordischen Ölwerken am Veringkanal, die für Geruchsbelästigungen sorgen.

Schon früh hat das Wilhelmsburger Grundstücks-Verwaltungsunternehmen Hans E. H. Puhst ehemalige Industriebauten wie die Flügger Lackfabrik an der Neuhöfer Straße oder die Palminwerke an der Jaffestraße gekauft, um die Gebäude für neue Nutzung herzurichten, für die Einrichtung sogenannter Gewerbehöfe mit einem bunten Mietermix, von Künstler bis Handwerker. In Marmstorf, Meckelfeld und Hittfeld betreibt Puhst ebenfalls Gewerbehöfe. Und das jüngste Projekt in Wilhelmsburg, der Neubau "Jaffe 12" an der Jaffestraße, auf dem ehemaligen Palmin-Gelände, ist seit Fertigstellung im Sommer mit seinen rund 7000 Quadratmeter Gewerbeflächen inzwischen bereits zu mehr als der Hälfte vermietet.

Für den passenden Mietermix hatte Lars Meyer, Geschäftsführer der Puhst KG, nach geeigneten Gastronomen lange Ausschau gehalten und nun die passenden Betreiber gefunden: Nima Fard und Jan Matthiesen mit ihrem Cateringunternehmen "Event Hansekai GmbH".

Meyer: "Arbeitszeit ist Lebenszeit. Uns ist es sehr wichtig, dass unsere Mieter sich wohlfühlen an ihrer neuen Arbeitsstätte. Und dabei spielt das richtige gastronomische Angebot eine nicht unerhebliche Rolle." Auch die von Fard und Matthiesen geplanten Events sieht Meyer vor allem positiv und als Aufwertung des gesamten Areals. Die Lebendigkeit, die in der Jaffestraße mit jedem neuen Mieter wächst, passe seinen Worten nach zu dem avisierten Wandel des ganzen Stadtteils.

Fard und Matthiesen sind seit mehr als 20 Jahren befreundet, haben im Laufe der Zeit bei verschiedenen Unternehmen Erfahrungen gesammelt und vor dem Einstieg in die Selbstständigkeit mehr als ein Jahr lang an dem Konzept für ihr Cateringunternehmen gefeilt. In dem aus zwei Bauteilen, dem Dock1 und dem Dock2, bestehenden Gewerbehof Jaffe12 haben sie im Erdgeschoss beider Bauteile knapp 300 Quadratmeter Fläche gemietet.

Im Dock1 befindet sich die Gastronomiefläche mit angrenzender Außenterrasse. Hier sorgt der witterungsbeständige Corten-Stahl-Überzug für eine architektonisch ansprechende Atmosphäre. Im gegenüberliegenden

Dock2 befinden sich Büroräume und Tagungsfläche. Dock1 und Dock2 sind über exterme Treppenhäuser sowie zwei Glasfahrstühle miteinander verbunden. Anlieferzonen im Außenbereich. Der Innenhof bleibt der gemeinsamen Nutzung durch die Mieter vorbehalten. Nima Fard, Geschäftsführer der Event Hansekai GmbH, sagt: "Unser Konzept sieht zunächst ein gastronomisches Angebot tagsüber für Jedermann am Standort vor. Es gibt ein Frühstücks- und Mittagsangebot. Unsere Gerichte wechseln täglich beziehungsweise wöchentlich. Wochenenden bleiben am Anfang der privaten Vermietung und für die Ausrichtung besonderer Events vorbehalten. Unser Ziel ist es, dass wir uns mittel- bis langfristig so am Standort etablieren, dass wir auch unter der Woche abends mit Veranstaltungen ausgelastet sind. Geschäftspartner Jan Matthiesen: "Mit dem Einrichten der Eventfläche lassen wir uns noch bis zum Frühjahr Zeit. Sie wird noch nach unseren Wünschen umgebaut und eingerichtet."

(gip)

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